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EM Springen: David Will, Marburg und C-Vier gewinnen Auftaktspringen.

Deutsches Team liegt nach dem ersten Tag auf Platz zwei

Riesenbeck (fn-press). Bei seiner Championatspremiere im deutschen Team ist David Will (Marburg) mit C-Vier ein Auftaktsieg gelungen. Der 33-Jährige gewann das Zeitspringen am ersten Tag der Europameisterschaften im Springreiten in Riesenbeck und führt damit die Einzelwertung an. Zuvor war Lokalmatador Christian Kukuk mit Mumbai ebenfalls eine fehlerfreie Runde gelungen. André Thieme (Plau am See) und DSP Chakaria kamen mit einem Fehler aus dem Parcours, Marcus Ehning (Borken) und Stargold mit zwei. Insgesamt liegt das deutsche Team nach dem ersten EM-Tag auf Platz zwei hinter Schweden.

David Will und der Holsteiner Wallach C-Vier (von Cardento – Concorde) waren das vorletzte Starterpaar in dieser Prüfung – keine einfach Position, zumal diese beiden zum allerersten Mal bei einem Championat für Deutschland vertreten sind. Bis dahin lag der schwedische Mannschaftsolympiasieger Peder Fredricson mit Catch me not S und einer Zeit von 72,58 Sekunden in Führung. Darauf lag jedoch nicht David Wills Fokus, sagte er, nachdem er in 71,66 Sekunden ins Ziel kam: „Es war heute nicht unbedingt mein Plan, Peder zu schlagen oder sogar zu gewinnen. Ich wollte einfach nur eine gute Prüfung reiten. Dass es jetzt so gelaufen ist und wir auch mit der Mannschaft einen guten Start hatten, das ist schon etwas Besonderes und das macht mich natürlich sehr glücklich. Ich könnte auch über mein Pferd nicht glücklicher sein. Er ist einfach super gesprungen, hat nicht eine Stange berührt und alle Sprünge haben sich mit ihm sehr einfach angefühlt. Also mein Dank gebührt meinem Pferd.“

Die Entscheidung, David Will und den 13-ährigen C-Vier an die letzte Startposition im Team zu setzen, erklärte Bundestrainer Otto Becker so: „Das Pferd hat alle Möglichkeiten, aber es ist auch ein spezielles Pferd, das Ruhe haben muss. David sagte auch, ihm hilft es, wenn er weiter hinten startet. Dann weiß er genau, wie der Parcours zu reiten ist. Deswegen haben wir uns so entschieden. Und das hat er mehr als souverän gelöst.“

An Position eins im deutschen Team startete André Thieme mit DSP Chakaria (von Chap – Askari). Zu seinen ersten Ritt bei einer EM sagte er: „Es war fast richtig gut. Die Strategie war, schnell zu reiten, und das ist mir gelungen. Daran hat es also nicht gelegen. Dann ist auch der Fehler nicht so wahnsinnig gravierend. Damit werde ich noch nicht zu weit durchgereicht. Das ist also noch ein brauchbares Ergebnis.“ Dennoch war der Mecklenburger nicht gänzlich zufrieden: „Schade, es hätte natürlich richtig gut sein können ohne den Fehler. Aber ich hatte heute den Auftrag, Risiko zu gehen, ich habe ja auch ein schnelles Pferd. Richtig sicher, woher der Fehler kam, sind wir uns noch nicht.“

Uneingeschränkt strahlen durfte das jüngste Teammitglied, der 31-jährige Christian Kukuk. Er hat in Riesenbeck auch ein junges Pferd gesattelt: Den neunjährigen belgischen Schimmelhengst Mumbai, mit dem Kukuk auch in Tokio bei den Olympischen Spielen am Start war. Von dort war er nach einem Abwurf in der Einzel-Qualifikation enttäuscht zurückgekehrt. Das machte er nun bei seinem Heim-Championat wieder wett. Die fehlerfreie Runde im Zeitspringen, mit der er im Einzel nun auf Platz zehn rangiert, lässt für die kommenden Tage hoffen. „Es hätte tatsächlich nicht besser laufen können, es gab nichts zu meckern. Die ganzen Ideen, die ich beim Parcoursabgehen gesammelt habe, sind fast perfekt aufgegangen. Mumbai war genau passend motiviert, er hat auf meine Hilfen gewartet, hat mich reiten lassen und mir die Entscheidungen überlassen. So war es relativ einfach, die Pläne umzusetzen. Und es ist immer schön, wenn ein Plan aufgeht.“ Über das Gefühl, eine Europameisterschaft in seinem Heimatstall zu bestreiten, sagte der egbürtige Warendorfer: „Es motiviert mich noch mehr, hier eine starke Performance zeigen zu wollen. All den Leuten, die mich immer unterstützen, meine Freund und Familie, möchte ich etwas zurückgeben, sodass sie sich mit mir freuen können. Und ich bin natürlich super happy, dass der Einstieg nun so geklungen ist.“

Für Marcus Ehning war es dagegen kein ganz einfacher Auftakt in das Championat. Erst am Vorabend hatte sich entschieden, dass er mit dem Oldenburger Stargold (von Stakkato Gold – Lord Weingard) ins Team nachrückt, da Maurice Tebbels Don Diarado mit einem Hufgeschwür ausfiel. „Ich habe mir deutlich mehr erwartet“, sagte Ehning nach seiner Runde mit zwei Abwürfen. „Ich habe Maurice heute nicht würdig vertreten. Nach den ersten beiden Runden musste schon einiges riskieren und war auch auf gutem Wege. Den ersten Fehler kann ich mir nicht erklären. Am letzten Oxer war ich zu dicht, das geht auf meine Kappe. Die Zeit wäre gut gewesen, aber leider waren es zwei Fehler zu viel.“

Dennoch liegt das deutsche Team nach Tag eins mit insgesamt 4.77 Strafpunkten gut im Rennen. In Führung liegt Schweden mit 3.59 Punkten. Platz drei belegt die Schweiz mit 5.47 Punkten. „Es liegt alles nah zusammen. Aber erstmal sind wir im Spitzenfeld dabei. Das war das Ziel“, sagte Bundestrainer Otto Becker. „Grundsätzlich bin ich zufrieden mit dem ersten Tag. Wir hatten zwei Nuller, die brauchen wir auch. Die Jungs sind gut geritten. Der Fehler von André am Anfang war sehr schade. Chakaria ist super gesprungen. Christian hat mit dem jungen Pferd eine super Runde geritten, ist im Parcours auch aufs Pferd eingegangen und hat die richtigen Entscheidungen getroffen, das war eine souveräne Runde. Bei Marcus war es schade, dass er am Schluss die zwei Fehler hatte. Das kann passieren. Und David hat eine sensationelle Runde geritten. Dass das Pferd alle Möglichkeiten hat und unheimlich grundschnell ist, das wussten wir, aber das war wirklich vom Allerfeinsten. Kompliment, beim ersten Championat so eine Runde zu reiten."  jbc

Der erste Teil des Nationenpreises, in dem die Entscheidung über die Mannschaftsmedaillen fällt, steht am Donnerstag ab 13 Uhr auf dem Programm. Der zweite Teil, in dem die besten zehn Teams antreten, folgt am Freitag ebenfalls ab 13 Uhr. Die Einzel-Medaillen werden dann am Sonntag vergeben.
Alle Informationen über die EM in Riesenbeck, darunter Starterlisten, Ergebnisse und TV-Zeiten, gibt es hier: https://www.pferd-aktuell.de/em2021/springen-in-riesenbeck

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