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29.07.2018 | 19:45 Uhr | Uta Helkenberg

Sieg für Hessen und Holstein beim Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit

Nachwuchsreiter aus 14 Landesverbände kämpfen in Warendorf um die uvex-Trophy 2018

Warendorf (fn-press). Die Sieger im Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit (uvex-Trophy) kommen aus Schleswig-Holstein (Pferde) und Hessen (Ponys). Im kombinierten Wettkampf aus Dressur, Stilspringen, Stilgeländeritt, Vormustern und Theorie am DOKR-Bundesleistungszentrum in Warendorf waren die U16-Teams der beiden Landesverbände nicht zu schlagen und stellten darüber hinaus mit Ben Philipp Knaak beziehungsweise Maya Marie Fernandez auch die Sieger in der Einzelwertung.

Es ist das erste Mal, dass Hessen eine Siegermannschaft beim Bundesnachwuchschampionat stellt. Nach der Theorie noch Zweite, rückte das hessische Quintett – Amelie Dechert/Lauterbach mit Top Balina, Theda Knop von Schwerdtner/Bruchköbel mit Chapeau Claque, Lara-Joy Paul/Waldeck mit Griffin, Nicoletta Massmann/Bad Homburg mit Maddoxx und Maya Marie Fernandez /Weiterstadt mit Kick – bereits nach Dressur und einer geschlossenen guten Leistung beim Geländeritt auf Platz eins vor und ließ sich die Position auch nicht mehr streitig machen. Mit insgesamt 376,7 Punkten setzten sie die Fünf deutlich von den übrigen sechs Mannschaften ab. „Wir sind nicht mit der Erwartung hierher gefahren, dass wir gewinnen. Ich wusste aber, dass wir ein Team haben, das den Aufgaben hier gewachsen ist“, sagte Mannschaftsführerin Judith Sommer. "Aber es kann ja mal etwas schief gehen. Und es ist toll, dass sie das so durchgezogen haben. Man merkte, dass die meisten schon Erfahrung haben, wissen was auf sie zukommt und mit einer anderen Einstellung darangehen wie die Jüngeren, zum Beispiel noch bei der Goldenen Schärpe." 

Erfahrung machte sich auch in der Einzelwertung bemerkbar, die Maya Marie Fernandez vom Siegerteam mit 129,9 Punkten an der Spitze sah. Sie und ihr Pony Kick waren in diesem Jahr bereits Neunte beim CIC2 in Marbach, mussten allerdings beim Preis der Besten ausscheiden. Nach einer guten Dressur und einem ebensolchen Geländeritt gelang den Beiden der Sprung an die Spitze im Stilspringen am Sonntagmorgen, das sie mit der Note 9,0 als Beste beendeten. Auf dem Silberrang landete mit 127,0 Punkten Antonia Peiß (Löningen) aus Weser-Ems vor ihrer Teamkollegin Jette Lakeberg (Hude) mit Nadeshi (126,5 Punkte). Für Peiß war es bereits der dritte Start beim Bundesnachwuchschampionat, allerdings erstmals im Sattel des ehemaligen Kaderponys Diabas, den sie erst vier Wochen zuvor übernommen hat. Gemeinsam erzielte die noch junge Reiter-Pony-Kombination im Gelände das zweitbeste Ergebnis, eine 9,5. Besser war nur Silva Kelly aus Engen am Bodensee mit einer 9,7. Von Geländeritt der Baden-Württembergerin mit Mac Flurry waren nicht nur die Richter, sondern auch Kommentator Fritz Lutter angetan. „Das war überzeugend gut. Silva hat hier großes Einfühlungsvermögen in ihr Pony und einen natürlichen Instinkt, passend zum Sprung zu reiten, bewiesen“, sagte der Bundestrainer der Ponyvielseitigkeitsreiter. Generell war Lutter vom Niveau der Prüfung sehr angetan. „Das Gelände war genau passend aufgebaut und das Niveau bei diesen Anforderungen überdurchschnittlich gut“, sagte er. Allerdings ist es in diesem Jahr einigen Verbänden schwer gefallen, eine komplette Pony-Mannschaft zu entsenden. 

Das Rennen um Platz zwei in der Teamwertung machten zu guter Letzt die Westfalen. Im Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Hannoveranern gab das Vormustern als letzte Teilprüfung den Ausschlag. Das mit lauter Neulingen besetzte Team von Vorjahressieger Westfalen (Katharina Schütte/Kamen mit Cappuccino WE, Kim Lara Zoschke/Hamm mit Danzatore Rosso, Ole Ottmann/Münster mit Dream it, Linn Zepke/Telgte mit Betty Boo und Charlotte Schulze Zurmussen/Everswinkel mit Pascal S.W.) durfte sich mit insgesamt 361,8 Punkten über Silber freuen, für das hannoversche Team (Smilla Maline PhilippElsdorf mit Orly, Johannes Munk/Wunsdorf mit Morton D, Tom Meier/Salzhausen mit Sandelano, Hedda Vogler/Verden mit Sarasani P und Emma Wiedenhöft mit Vive being B) gab es mit 360,4 Punkten die Bronzemedaille.

Abteilung Pferde: Drei Medaillen für Schleswig-Holstein
Erfahrung siegte auch in der Abteilung Pferde, die in diesem Jahr mit 66 Paaren wieder gut besetzt war. Hier setzte sich nach 2013 wieder eine Mannschaft aus Schleswig-Holstein durch. „Man muss sie früh abholen und daran glauben“, fasste Mannschaftsführer Detlef Peper sein Erfolgskonzept zusammen. Sein Landesverband gehörte zu denjenigen, die zwar ohne Ponyreiter antraten, die neue Ausschreibung jedoch dazu nutzten, um in der Abteilung Pferde neben der Mannschaft weitere vier Einzelreiter an den Start zu bringen.

Für das siegreiche Team gingen Helene Stoltenberg/Nehms mit Ebygale, Nane Nikolaus Dehn/Schwesing mit Zilia D, Hanna Jensen/Tetenhusen mit Luzi – Caro, Berenike Lucius/Molfsee mit Wineta sowie Ben Philipp Knaak an den Start. Auch der Norderstedter gehörte als DJM-Teilnehmer zu den erfahrensten Reitern im Starterfeld. In Warendorf hatte er allerdings sein erst sechsjähriges Nachwuchspferd, das sechsjährige Oldenburger Springpferd Cocolares (v. Califax) gesattelt. An Geländevorstellung des Paares gab es laut Lutters Kommentar „nur wenig auszusetzen, hier hat von A bis Z alles gepasst“. In Zahlen hieß das auch in dieser Abteilung eine 9,7 als Spitzennote und damit zugleich den Sieg in der Einzelwertung für Knaak (131,1 Punkte). Für das Team aus dem hohen Norden sammelten sich insgesamt 380,9 Punkte an.

Die überzeugendste Gesamtleistung im Gelände gelang allerdings dem Team Reinland, das nur zu dritt und damit ohne „Streichergebnis“ in Warendort antrat. Alle drei – Carina Koch/Duisburg mit Lord Levistano, Jana Lehmkuhl/Voerde mit der erste fünfjährigen Westfalenstute Chiara d’Amour (v. Cascadello) und Helena Bottermann/Voerde mit Lena – erzielten 9er Noten für ihren Ritt. Da das Geländeergebnis fünffach ins Gesamtergebnis einfließt, bedeutete das nicht nur den Silberrang für das Trio mit 369,5 Punkten, sondern auch für Helena Bottermann in der Einzelwertung (129,4 Punkte). Die Bronzemedaille ging mit 128,4 Punkten wiederum nach Schleswig-Holstein, an Hanna Jensen mit der Trakehner Stute Luzi – Caro, mit der ihre Schwester Hella Jensen bereits beim Preis der Besten auf dem Treppchen stand.

Eine zweite Teammedaille gab es zudem für die Reiter vom gastgebenden Landesverband Westfalen. Mit einem Endstand von 366,8 Punkten sicherten sich Johann Scharffetter/Telgte mit Romy Darling, Gina Müller/Soest mit Braveheart, Julia Schenkmann/Unna mit Ginger Gold, Laurenz Terbrack/Nottuln mit Cayman und Lea-Sophie Denker/Bocholt mit Cantapper die Bronzemedaille.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Wir haben sehr gute Leistungen gesehen, was sich auch in vielen guten und sehr guten Noten widergespiegelt hat. In den letzten Jahren haben wir uns etwas Sorgen um den Nachwuchs gemacht, aber mit der Öffnung der Ausschreibung auch für Einzelreiter aus den Landesverbänden hatten wir gerade bei den Pferden wieder ein sehr erfreuliches Starterfeld. Lediglich am Freitag mussten wir wegen der großen Hitze den Fitnesstest für die Reiter ausfallen. Am Wochenende selbst hatten wir dann nahezu ideales Reitwetter – also alles insgesamt sehr positiv“, so das Fazit von Turnierleiter Carsten Rotermund.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

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