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vom 21-22. Januar 2017
in München
v.l.Geiger,Weiß,Temporini,Lauterbach,Rigbers-Böhnisch

Zum fünften Mal organisierten die Initiatoren das Süddeutsche Fahrsportforum und zum zweiten Mal in den letzten Jahren fand dies auf der Olympiareitanlage in München statt. Frostige Temperaturen draußen – ein interessiertes vielköpfiges Publikum aus allen Teilen Deutschlands und auch aus dem Ausland (die weiteste Anreise hatte ein Fahrsportler aus Irland) in den Hallen. Rund 350 Turnierfachleute, Trainer und Fahrsportfans konnte Michael Hohlmeier, Geschäftsführer des bayrischen Reit- und Fahrverbandes, am Samstagmorgen in der wunderbar hergerichteten Reithalle begrüßen.

Nachdem der Fahrsportkoordinator der FN, Fritz Otto-Erley, einen Rückblick über die Situation des Fahrsports national und international gegeben hatte, bei dem er erfreulicherweise über viele Medaillen bei Championaten berichten konnte, gab er noch einen kurzen Ausblick auf die Fahrsportsaison 2017. Leitender Bundestrainer Karl-Heinz Geiger und Jugendbundestrainer Dieter Lauterbach stellten die neuen Richtlinien Band V vor. Dieser Leitfaden, gerade druckfrisch im FN Verlag erschienen, wurde in wesentlichen Teilen umgestaltet. Verbunden wurde dieses Thema von den beiden Referenten mit der Vorstellung der Änderung des neuen, Endes des Jahres erscheinenden, Aufgabeheftes Fahren.

Großes Interesse und Anerkennung fand der Programmpunkt „Richtig Kommentieren und Unterrichten“, der Praxis und Theorie in der großen Reithalle verband. Trotz kühler Temperaturen zogen die Referenten Christoph Hess und Dieter Lauterbach die Zuhörer in ihren Bann. Insbesondere die Aktiven und Trainer konnten nach faszinierenden 90 Minuten deutliche Verbesserungen bei den vorgestellten Pferden und Ponys feststellen und viele Anregungen mit nach Hause nehmen.

Dass Kutschen kippen können, ist allgemein bekannt; genauso, dass es Aufgabe der Beifahrer ist, dies möglichst zu verhindern. Aber genaue, wissenschaftlich belegte Daten über das Kippverhalten, sind nicht bekannt. Der österreichische Sportwissenschaftler Dr. Josef Kastner zeigte anhand von Beispielen und Berechnungen, wie die optimale Position der Beifahrer sein sollte und verglich dabei anschaulich verschiedene Positionsmöglichkeiten in Ihrer Wirkungsweise anhand von objektiven Messdaten.

Stark nachgefragt war auch das Thema „Wirkungsweisen von Gebissen“, das Karl Friedrich von Holleuffer dem Publikum mit viel Emotion und auch messbaren Erkenntnissen näherbrachte. Die von dem Referenten präsentierten Werte brachten erstaunliche Ergebnisse zutage und so manch einer der Anwesenden wird nachdenklich dieses Thema mit nach Hause getragen haben.

Rolf Schettler, Trainer A und engagierter Vorsitzender der Fachgruppe Fahren im Deutschen Reiter- und Fahrerverband, referierte zur Geschichte des Bundeschampionats und zeigte dabei Wege und Möglichkeiten für die Zukunft auf, um die Akzeptanz bei den Aktiven noch zu erhöhen.

Auch die Richter kamen mit ihren Interessenlagen nicht zu kurz. In einem Praxisteil in der Halle und später mit Filmsequenzen schulte Dr. Klaus Christ die zahlreich erschienenen Turnierfachleute und Rudolf Temporini und Karl Heinz Geiger stellten wesentliche Änderungen der LPO 2018 vor und behandelten strittige Fälle aus der abgelaufenen Turniersaison mit Lösungsvorschlägen.

Traditionsfahren wird immer populärer. Bettina Ringbers-Böhnischgab nähere Informationen zu diesem Sport und berichtete ausführlich über das Turnier in Losburg. Mit Filmsequenzen und Fotos sowie einem tollen Vortrag gelang es ihr, die wunderbare Stimmung eines Traditionsturniers dem Publikum näherzubringen und damit vielleicht auch den einen oder anderen der Zuhörer in Richtung Teilnahme am Traditionsfahren zu animieren.

Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag des FEI-Stewards Martin Röske, der über seine Tätigkeit bei internationalen Turnieren berichtete und die Wege zu einer FEI Stewardfunktion aufzeigte. Der eine oder andere aus dem Publikum dachte ganz offensichtlich schon ernsthaft darüber nach, eventuell diese Laufbahn einzuschlagen.

Der niederländische internationale Parcourschef Jeroen Houtermann sprach zu Thema „Moderner Hindernisbau – Möglichkeiten der Ausflaggung und ideale Wegeführungen“. Anhand von Beispielen und unter Einbeziehung des Publikums, gestaltete sich dies zu einem sehr lebendigen Programmpunkt.

Bruno Six, selbst internationaler Vielseitigkeitsreiter und Reitausbilder, sowie leitender Bundestrainer Karl-Heinz Geiger, erläuterten Möglichkeiten der Stangenarbeit bei Fahrpferden. Eine überaus sinnvolle ergänzende Methode zum Fahrtraining. Ergänzt wurde dies praktische Thema mit Informationen und Vorführungen zum Thema Doppellonge. Der bayrische Landestrainer Herbert Rietzler zeigte ganz professionell und perfekt dazu praktische Lektionen.

Auf breites Interesse stieß der abschließende Vortrag von Rolf Schettler, Thomas Ungruhe und Anna-Sophia Röller zum neuen Kutschenführerschein A und B. Viele Fragen wurden aus dem Publikum gestellt. Kein Thema hat in den letzten Monaten im Fahrsport so viele Personen bewegt, wie eben diese Neuerung.

In seinem Schlusswort dankte Michael Holmeier insbesondere Anja Weiß vom Pferdesportverband Hessen, die gewohnt souverän die Fäden allzeit in der Hand hatte.

Das nächste Süddeutsche Fahrsportforum wird es in zwei Jahren geben. Ein Austragungsort steht allerdings noch nicht fest.

Weitere Informationen zu diesem Fahrsportforum mit der Möglichkeit sich Themen der Referenten herunterzuladen unter www.fahrsportforum-sued.de.

 

 

 

 

 

 

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