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Brauchen wir eine Anzeige- und Meldepflicht für Herpes ?
Generell ist anzumerken, dass in Deutschland rund

1.100.000 Pferde gehalten werden.

Bei 15 Pferden, die im Durchschnitt der letzten Jahre wegen Herpeserkrankung eingeschläfert werden mussten, entspricht dieses einem Anteil von 0,0000136 Prozent. In Hessen hat es in den letzten zwölf Monaten zwar drei Betriebe gegeben, in denen es zum Ausbruch der Krankheit kam; deswegen ist Hessen aber noch kein Brennpunkt.

Anzeigepflicht

Laut Gesetz wird eine Krankheit erst dann anzeigepflichtig, wenn die nachstehenden Voraussetzungen erfüllt sind:

-          Die Krankheit muss auf den Menschen übertragbar sein.

-          Ein Ausbruch der Krankheit muss mit immensem volkswirtschaftlichen Schaden verbunden sein.

-          Eine Bekämpfung der Krankheit ist nur mit staatlichen Maßnahmen möglich, an deren Ende in der Regel die Tötung des gesamten Bestandes steht, wenn nur ein Tier im Stall positiv getestet wird.

Meldepflicht

Eine Meldepflicht würde bedeuten, dass Labore, die Proben positiv testen, den Behörden melden, dass die Krankheit in einer bestimmten Region aufgetreten ist. Die Behörden würden dann eine interne und für die Öffentlichkeit nicht einsehbare deutschlandweite Landkarte erstellen, um die Verbreitung der Krankheit beobachten zu können. Bei seuchenartiger Ausbreitung der Krankheit, die mit großem volkswirtschaftlichen Schaden verbunden ist, wäre diese Landkarte dann die Basis für Bekämpfungsmaßnahmen, die staatlicherseits mit entsprechenden Konsequenzen für die Pferdehalter durchgeführt werden.

Zentrale Meldeeinrichtung auf freiwilliger Basis

Natürlich kann man diskutieren, ob es sinnvoll ist, bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung oder einer anderen Einrichtung eine Stelle zu schaffen, an die positive Herpesfälle gemeldet werden. Der Hype der letzten Monate macht aber deutlich, wie schwierig es ist, an wirklich verlässliche Informationen heranzukommen. Außerdem muss beachtet werden, dass die behandelnden Tierärzte einer Schweigepflicht unterliegen und für eine Meldung das Einverständnis des Pferdebesitzers bräuchten.

Unter den derzeitigen gesetzlichen Voraussetzungen erscheint dem Pferdesportverband Hessen eine Melde- oder Anzeigepflicht weder machbar noch sinnvoll. Die Pferdebesitzer selbst aber können Vorbeugung betreiben, indem sie ihre Pferde gegen Herpes impfen lassen. Mittlerweile ist genügend Impfstoff vorhanden und die Erfahrung zeigt, dass der Krankheitsverlauf bei geimpften Pferden wesentlich milder ist.


Robert Kuypers

PSV Hessen

 

 

 

 

 

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