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Gerhard Loth Wolfgang Kubens
Auszeichnung für Gerhard Loth
Pferdesport in Hessen ist
wieder im Aufwind.

Pferdesport in Hessen

ist wieder im Aufwind

Pferdesportverband Hessen Nassau will auch Freizeitreiter an sich binden

Der Pferdesport in Hessen ist im Aufwind. Dr. Wolfgang Kubens, Vorsitzender des Pferdesportverbandes Hessen-Nassau, sprach bei der Generalversammlung des PSVHN in Neu-Isenburg von einem spürbaren steigenden Interesse der Bevölkerung am Pferdesport: „Pferde entwickeln auf die Menschen, vor allem auf Jugendliche und Kinder, eine große Anziehungskraft, ihr Image ist positiv besetzt“, sagte Kubens. Er stelle in Gesprächen mit Politikern bei den verschiedensten Anlässen immer wieder fest, dass sie sehr überrascht seien, zu erfahren, dass die Reiterei in Hessen mit 70000 eingetragenen Mitgliedern der achtstärkste Sportverband im Land sei und entgegen landläufiger Meinung längst nicht mehr elitär sei. Kubens, wie auch nach ihm Geschäftsführer Robert Kuypers, begrüßte es, dass die Mitgliederentwicklung nach Jahren der Abwärtstendenz nun offenbar die Talsohle durchschritten hat. Es gehe wieder aufwärts, freuten sich Kubens und Kuypers, riefen die Mitglieder zugleich aber dazu auf, weiter an der Verbreiterung der Basis zu arbeiten und in ihren Vereinen, bei ihren Bekannten und in den politischen Gremien ihrer Städte und Gemeinden wo immer möglich für den Pferdesport zu werben.

Talsohle scheint durchschritten

Der wieder leicht steigenden Zahl der Mitglieder im Regionalverband Hessen-Nassau stehe eine leider gegenläufige Entwicklung in Kurhessen-Waldeck gegenüber, bedauert Kuypers. Negativ entwickelt habe sich im vergangenen Jahr leider auch die Zahl der Turniere und der Turnierteilnahmen. Das erkläre sich jedoch durch die Auswirkungen der Herpes-Epidemie, der zahlreiche Turniere zum Opfer gefallen seien. Für das Jahr 2017 erwartet der Verband wieder steigende Zahlen, erklärt dem nach wie vor nicht verstummenden Ruf nach einer Meldepflicht für Herpes aber weiterhin eine Abfuhr. Der Verband lehne nach Möglichkeit staatliche Eingriffe ab. Die Verluste durch das Euthanasieren von mit Herpes befallener Tiere seien im Einzelfall zwar tragisch, teils für die Betriebe auch existenzbedrohend, stellten insgesamt im Pferdebestand aber keine Größenordnung dar, die eine Meldepflicht notwendig erscheinen lasse. So wie die Epidemie im vergangenen Jahr letztendlich beherrscht und bewältigt worden sei, sei das sogar eine Bestätigung für die Generallinie des Verbandes, auf Vernunft und Eigenverantwortlichkeit in den Betrieben und Ställen zu setzen. Für Panik habe es letztes Jahr ebenso wenig einen Grund gegeben, wie in diesem Frühjahr, sagte Kubens.

Verbandsarbeit nutzt Pferdesport insgesamt

Mit einer weiteren Werbekampagne, die im Rahmen einer Klausurtagung vorbereitet werden soll, werde es in diesem Jahr darum gehen, Freizeitreiter anzusprechen, um ihnen die Mitgliedschaft in einem Reitverein ans Herz zu legen. Viele von ihnen meinten, dass sie als nicht an Turnieren teilnehmende Freizeitreiter ihren Sport auch ohne Vereins- und Verbandszugehörigkeit leben können. Sie unterlägen dabei aber einem Trugschluss. So habe der Pferdesportverband Hessen durch seine Lobbyarbeit entscheidend dazu beigetragen, dass das neue Hessische Waldgesetz, eines der liberalsten in der Bundesrepublik, Reiter, nicht nur den vereinsgebundenen, das Betreten des Waldes erlaubt, sagte Kubens. Auch der Umstand, dass sich Politiker inzwischen zum Glück sehr schwer damit tun, Pferdesteuersatzungen zu erlassen und ihren Bürgern gegenüber zu begründen, sei zum großen Teil der unermüdlichen Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit des Pferdesportverbandes geschuldet.

Für besonders wichtig und zukunftssichernd hält es Kubens, Kinder und Jugendliche für den Reitsport zu begeistern und ihre Eltern dabei mitzunehmen: „In den Ponyreitschulen stehen die Kinder Schlange“, sagte Kubens. Wichtig sei es, sie und ihre Eltern bereits sehr früh anzusprechen. Früher hätten Reitsportkarrieren von Kindern und Jugendlichen erst mit zehn oder elf Jahren begonnen, heute seien Kinder dieses Alters längst von anderen Sportarten abgeholt.

Vorstand bleibt im Amt

An der Spitze des Pferdesportverbandes Hessen-Nassau bleibt alles beim Alten: Die Mitglieder haben bei ihrer Jahreshauptversammlung in Neu-Isenburg den Vorstand komplett im Amt bestätigt. Vorsitzender bleibt somit Dr. Wolfgang Kubens, er wird wie bisher von Hartwig Knapp vertreten. Peter Illert bleibt Sportwart, für den Breitensport und das immer erfolgreicher werdende „Back-Stage“­-Programm bei großen Championaten, zuletzt in der Frankfurter Festhalle, zeichnet weiter Christian Huslik verantwortlich. Auch das Beisitzer-Quintett geht in bewährter Besetzung in eine weitere vierjährige Amtszeit: Dr. Michael Weiler, Bernd Bansa, Sonja Theis, Jörg Meyer und Dieter Merten. Nicht gewählt, aber von der Versammlung bestätigt wurde die Jugendleiterin des Verbandes, Anke Gräfin Westerholt. (as)

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Erfolgreicher Krisenmanager

und weitsichtiger Pferdemann

Gerhard Loth vom PSVHN mit der Silbernen Verbandsnadel ausgezeichnet

Im Zusammenhang mit der Herpes-Problematik in diesem Frühjahr war es dem Pferdesportverband Hessen-Nassau ein Bedürfnis, mit Gerhard Loth, dem langjährigen Vorsitzenden des Wetterauer Reitvereins, einen Mann mit der Silbernen Verbandsnadel zu ehren, der sich in äußerst besonnener, verantwortungsvoller Art und Weise der Herpes-Problematik auf seiner Reitanlage gestellt hat. Loth habe durch sorgsame Hygiene- und Quarantänemaßnahmen eine Ausbreitung der Krankheit verhindert. Zwei Pferde hätten es trotzdem nicht überlebt, bedauerte Kubens in seiner Laudatio vor der Mitgliederversammlung. Loth werde aber nicht nur deswegen mit der Verbandsehrennadel ausgezeichnet. So habe er als hessischer Vertreter dem seinerzeitigen FN-Ausschuss für Pferdebetriebe angehört und schon sehr früh erkannt, dass die Haltungssysteme der 70-er und 80-er Jahre nicht mehr den Bedürfnissen der Pferde und den Wünschen der Kunden sowie der Besitzer entsprachen. Loth habe als einer der ersten einen Boxenstall mit angeschlossenem Paddock errichtet.

Gerhard Loth, so Kubens, sei auch selbst als Reiter sehr erfolgreich gewesen und habe bis in die mittelschwere Klasse Springprüfungen mit Bravour absolviert. Der Verband sei ihm aber auch zu besonderem Dank verpflichtet, weil er im zweijährigen Rhythmus auf seiner Anlage ein mit sehr viel Liebe zum Detail organisiertes Dressur- und Springturnier mit Prüfungen bis zur schweren Klasse ausrichte. Vor ein paar Jahren sei hier sogar die Süddeutsche Ponymeisterschaft zu Gast gewesen, erinnerte Kubens. (as)

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